Theoria cum praxi
–
zukunft
wasser
gestalten
41. DGL-Jahrestagung
2026
Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof
14.–18. September 2026
Themenschwerpunkte
Das Organisationskomitee schlägt nachfolgend genannte allgemeine Themenschwerpunkte vor, zu denen Vorträge oder Poster sehr willkommen sind. Tagungsbeiträge zu den allgemeinen Themen sind in deutscher oder englischer Sprache möglich. Da immer mehr wissenschaftliche Institutionen und Arbeitsgruppen international zusammengesetzt sind und Anmeldungen aus dem Ausland sehr erwünscht sind, werden Sessions, Plenarvorträge und Einzelvorträge auch in Englisch stattfinden. Die Ankündigung zu Sessions soll sowohl in deutscher als auch englischer Sprache erfolgen. Auch wenn Deutsch dem Wunsch vieler DGL-Mitglieder entsprechend die dominierende Tagungssprache sein wird, werden die Beiträge in der Programmabfolge so sortiert, dass sich alle TeilnehmerInnen unabhängig von der bevorzugten Sprache willkommen fühlen. Mit englischen Beschriftungen deutschsprachiger Präsentationen kann englischsprachigen Tagungsteilnehmern das Verfolgen der Vorträge erleichtert werden.
Allgemeine Themen
A 1 Biodiversität und Ökologie aquatischer Lebensgemeinschaften
Diversity and ecology of aquatic communities
A 2 Extremereignisse und globaler Wandel
Extreme events and global change
A 3 Hydrodynamik und Ökologie
Hydrodynamics and ecology
A 4 Mikrobielle Ökologie
Microbial ecology
A 5 Multiple Stressoren
Multiple stressors
A 6 Aquatische Nahrungsnetze
Aquatic food webs
A 7 Stoffflüsse in aquatischen Ökosystemen
Matter fluxes in aquatic communities
A 8 Urbane und erheblich veränderte Gewässer
Urban and heavily modified water bodies
A 9 Langzeitmonitoring
Long-term monitoring
A10 Sonstiges
Others
Spezifischen Themen
1. Gewässerökologie im Anthropozän
DE | ENS 01 Gekommen, um zu bleiben: Die invasive Quagga-Muschel im Fokus von Forschung und PraxisS 01 Here to stay: The invasive quagga mussel in the spotlight of research and practiceDie Quaggamuschel (Dreissena rostriformis bugensis) ist eine hochinvasive Muschelart mit einer ausgeprägten Verbreitungsfähigkeit. Insbesondere ihre mikroskopisch kleinen Larven (Veligerlarven) werden unbeabsichtigt vom Menschen durch Boote und andere Freizeitaktivitäten verbreitet. Die Quaggamuschel ist gekommen, um zu bleiben: Derzeit gibt es weltweit keine Methode, die invasive Art auf flächendeckende und gleichzeitig ökologisch vertretbare Weise aus einem besiedelten Gewässer zu entfernen. Die Massenbesiedlung eines Gewässers verursacht erhebliche ökologische und technische Probleme: Die Muscheln filtern so viel Plankton aus dem Wasser, so dass einheimischen Planktonfressern die Nahrungsgrundlage entzogen wird. Dadurch finden Organismen auf höheren trophischen Ebenen weniger Nahrung, was negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt im Ökosystem hat. Quaggamuscheln können praktisch alle Substrate besiedeln und setzen sich auch auf wasserwirtschaftlicher Infrastruktur fest. Dadurch kommt es zu Schäden in der Wasserwirtschaft, etwa durch das Verstopfen von Entnahmeleitungen, Kühl- und Filtersystemen sowie durch erhöhte Wartungs- und Betriebskosten an Talsperren und Wasserwerken. In Europa breitet sich die Quaggamuschel seit den 2000er Jahren stark aus, nachdem sie aus dem Schwarzmeerraum über große Flusssysteme eingeschleppt wurde. In Deutschland hat sich die Quaggamuschel inzwischen in vielen großen Seen, Talsperren und Flüssen etabliert.Die Special Session beleuchtet aktuelle Herausforderungen, Forschungsergebnisse und praktische Aspekte im Zusammenhang mit der Quaggamuschel und bietet Möglichkeiten zur überregionalen und internationalen Vernetzung. —english— The quagga mussel (Dreissena rostriformis bugensis) is a highly invasive species with a strong ability to spread. In particular, their microscopic larvae (veliger larvae) can be unintentionally distributed by humans through boats and other recreational activities. The quagga mussel is here to stay: there is currently no method available worldwide that can permanently remove this invasive species from a water body in an ecologically acceptable manner. Mass colonisation causes considerable ecological and technical problems: the mussels filter so much plankton from the water that native plankton feeders are deprived of their food source. As a result, organisms at higher trophic levels find less food, which has a negative impact on biodiversity in the ecosystem. In addition, quagga mussels can colonize nearly any substrate and also attach to water management infrastructure. Damage to water management occurs, for example through the clogging of intake pipes, cooling and filter systems, leading to increased maintenance and operating costs at dams and waterworks. In Europe, the quagga mussel has been spreading rapidly since the 2000s after being introduced from the Black Sea region via large river systems. In Germany, the quagga mussel is now established in several large lakes, dams, and rivers.The special session highlights current challenges, ongoing research activities and practical aspects relating to the quagga mussel and offers opportunities for supraregional and international networking. Verantwortlich:Korte, Thomas, Kooperationslabor EGLV/RV (Emschergenossenschaft), Korte.thomas@kl-rv-eglv.deRothe, Louisa, Kooperationslabor EGLV/RV (Ruhrverband), Rothe.louisa@kl-rv-eglv.deMüller, Thomas, Eawag-Quagga-Fachstelle, thomas.mueller@eawag.ch; quagga@eawag.ch Sprache der Session: deutsch und englischDE | ENS 02 Süßwasser-Makrophyten im Anthropozän -Trends, Stressfaktoren, ManagementS 02 Freshwater macrophytes in the Anthropocene – trends, stressors and managementUntergetauchte, schwimmende und emers wachsende Makrophyten sind wesentliche Bestandteile unsere Gewässer und unterstützen vielfältige Ökosystemfunktionen. Sie fördern die Biodiversität, stabilisieren Sedimente und verbessern die Wasserqualität, wodurch die Widerstandsfähigkeit von Süßgewässern gegenüber Störungen erhöht werden kann. Im Anthropozän haben menschliche Aktivitäten die aquatischen Lebensräume massiv beeinflusst und zu erheblichen Veränderungen in der Verteilung und Zusammensetzung der Makrophyten-Gemeinschaften geführt, was sich wiederum auf die Wasserqualität auswirken kann. Zu den wichtigsten Trends zählen der Verlust einheimischer Unterwasserpflanzen und eine Verlagerung hin zu Gemeinschaften, die von Phytoplankton oder Schwimmpflanzen dominiert werden. Der Klimawandel beeinflusst die Dynamik der Makrophyten zusätzlich, indem er die Temperatur und die hydrologischen Bedingungen verändert. Die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Stressfaktoren, darunter Eutrophierung, Verschmutzung, hydrologische Veränderungen, physikalische Störungen, Hitzewellen und die Auswirkungen invasiver Pflanzenfresser, werden zunehmend untersucht, aber in der Modellierung und Bewirtschaftung von Süßwasserökosystemen noch nicht ausreichend berücksichtigt. Wir laden zu Beiträgen ein, die sich mit Studien zu Makrophyten von der individuellen bis zur Ökosystemebene, den Auswirkungen von Stressfaktoren, Wechselwirkungen mit anderen Komponenten aquatischer Ökosysteme und Managementstrategien befassen. —english— Macrophytes, including submerged, floating, and emergent plants, are essential components of freshwaters und support diverse ecosystem functions. They facilitate biodiversity, stabilize sediments, and improve water quality which can increase the resilience of freshwaters to disturbance. In the Anthropocene, human activities have significantly altered aquatic environments, causing major changes in macrophyte distribution and community composition, with potential feedbacks on water quality. Key trends include losses of native submerged vegetation and shifts toward communities dominated by phytoplankton or floating species. Climate change further influences macrophyte dynamics by modifying temperature and hydrological conditions. Interactions between multiple stressors, including eutrophication, pollution, hydrological alteration, physical disturbance, heat waves and impacts of invasive herbivores are increasingly investigated, but have not yet been sufficiently accounted for in freshwater ecosystem modelling and management. We invite contributions dealing with studies on freshwater macrophytes from the individual to the ecosystem level, the effects of stressors, interactions with other aquatic ecosystem components, and management strategies. Verantwortlich:Lewerentz, Anne, Institut für Geographie und Geoökologie, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), anne.lewerentz@kit.eduVan de Weyer, Klaus, Lanaplan, klaus.vdweyer@lanaplan.deHilt, Sabine, Leibniz Institute of Freshwater Ecology and Inland Fisheries (IGB) Berlin,sabine.hilt@igb-berlin.de Sprache der Session: deutsch und englischDE | ENS 03 Die übersehene Blüte: Benthische Cyanobakterien und ihre Toxine in aquatischen ÖkosystemenS 03 The overlooked bloom: Benthic cyanobacteria and their toxins in aquatic ecosystemsBenthische Cyanobakterien, die auf Sedimenten, Felsen, Pflanzen und anderen untergetauchten Oberflächen wachsen, finden aufgrund ihrer Fähigkeit, starke Neurotoxine zu produzieren, und ihrer ökologischen Bedeutung zunehmend Beachtung bei Wasserbehörden und in der Wasserwissenschaft. Die Erforschung dieser Cyanobakterien ist jedoch schwierig und erfordert neue Ansätze, sowohl für die Überwachung als auch für das Verständnis ihrer Ökologie und ihrer komplexen Rolle im biogeochemischen Kreislauf und in benthischen Nahrungsnetzen.Massive Vermehrungen benthischer Cyanobakterien werden mittlerweile häufiger in Flüssen, Seen, Stauseen und Feuchtgebieten gemeldet. Die Verfügbarkeit von Licht, das Strömungsregime, die Art des Substrats, mikrobielle Wechselwirkungen sowie der Eintrag und die Mobilisierung von Nährstoffen scheinen eine entscheidende Rolle zu spielen, aber das globale Vorkommen, die wissenschaftliche und behördliche Aufmerksamkeit bleiben fragmentiert und kritische Fragen bestehen weiterhin.• Welche Bedingungen lösen die Entwicklung benthischer Matten und die Toxinproduktion aus?• Welche Überwachungsstrategien sind in verschiedenen aquatischen Lebensräumen wirksam?• Welche Auswirkungen hat dies auf die mikrobielle Gemeinschaft?Jüngste Fortschritte in den Bereichen Molekular-, Bildgebungs- und Omics-basierte Techniken bieten neue Einblicke in die physiologischen Eigenschaften benthischer Cyanobakterien und ihre Wechselwirkungen mit der Umgebung. Es fehlen jedoch noch standardisierte Methoden für Probenahme, Nachweis, Wachstumsexperimente, Risikobewertung und -management. Darüber hinaus kommen häufig toxische und nicht-toxische Genotypen gemeinsam vor, sodass einfache Daten zum Vorhandensein/Fehlen für die Bewertung von Gesundheitsrisiken unzureichend sind.In dieser Sitzung sind Beiträge willkommen, die sich mit benthischen Cyanobakterien und ihren Toxinen in Süßwassersystemen befassen, einschließlich Trink- und Badegewässern und deren Überwachung. —english— Benthic cyanobacteria, which grow on sediments, rocks, plants and other submerged surfaces, are receiving increased attention from water authorities and aquatic science due to their ability to produce potent neurotoxins and their ecological importance. However, research on these cyanobacteria is challenging and requires new approaches, both for monitoring and for understanding their ecology and complex roles in biogeochemical cycling and benthic food webs.Benthic cyanobacteria mass proliferations are now being reported more frequently in rivers, lakes, reservoirs and wetlands. The availability of light, the flow regime, the type of substrate, microbial interactions, and the input and mobilization of nutrients seem to play a crucial role, but global occurrences, scientific and regulatory attention remains fragmented and critical questions persist.• What conditions trigger benthic mat development and toxin production?• Which monitoring strategies are effective across diverse aquatic habitats?• What is the impact on the microbial community?Recent advances in molecular, imaging and omics-based techniques are providing opportunities for new insights into the physiological traits of benthic cyanobacteria and how they interact with the surrounding environment. However, standardized methods for sampling, detection, growth experiments, risk assessment and management are still lacking. Furthermore, toxic and non-toxic genotypes frequently coexist, rendering simple presence/absence data inadequate for health risk evaluations.This session invites contributions exploring benthic cyanobacteria and their toxins in freshwater systems, including sites of drinking- and bathing waters and their monitoring. Verantwortlich:Hilt, Sabine, Leibniz Institute of Freshwater Ecology and Inland Fisheries (IGB), Berlin,sabine.hilt@igb-berlin.deMeissner, Sven, Leibniz Institute of Freshwater Ecology and Inland Fisheries (IGB), Berlin, sven.meissner@igb-berlin.deFastner, Jutta, German Environment Agency (UBA), jutta.fastner@uba.deSchampera, Charlotte, German Environment Agency (UBA), charlotte.schampera@uba.de Sprache der Session: deutsch und englisch DE | ENS 04 Genetische Variation und ihre Rolle bei der Bewältigung des globalen WandelsS 04 Genetic variation and its role in coping with global changeDie Fähigkeit von Populationen, unter raschem Umweltwandel zu bestehen, hängt häufig von phänotypischen Unterschieden zwischen Individuen ab, die deren Fitness bestimmen. Den zugrunde liegenden genetischen Unterschieden kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu: Sie bilden die fundamentale Grundlage ökologischer und evolutionärer Prozesse, liefern das Rohmaterial für langfristige Entwicklungen wie lokale Anpassung und prägen zugleich die Kapazität für kurzfristigere Reaktionen, etwa in Form phänotypischer Plastizität. Obwohl die Bedeutung genetischer Variation in zahlreichen Disziplinen – von der Naturschutzbiologie bis zur funktionellen Ökologie – deutlich hervorgehoben wird, fehlt bislang eine übergreifende Synthese der sich abzeichnenden Muster. Eine solche ganzheitliche Zusammenführung wäre jedoch entscheidend, um die Reaktionen von Arten auf eine sich rasch verändernde Umwelt besser vorhersagen zu können. Das primäre Ziel der vorgeschlagenen Session ist es daher, aktuelle Fortschritte in der Forschung genetischer Variation im Kontext sich wandelnder Umweltbedingungen zu synthetisieren. Eine solche Zusammenführung wird die wechselseitige Beziehung zwischen genetischer Diversität und globalem Wandel aufzeigen und zentrale offene Fragen identifizieren, um das Forschungsfeld weiter voranzubringen. Darüber hinaus möchten wir untersuchen, ob und inwiefern die Rolle genetischer Variation vom jeweiligen Umweltdruck abhängt (z. B. globale Erwärmung, Eutrophierung, chemische Verschmutzung, Ozeanversauerung usw.). Weitere spannende Fragen, die im Rahmen der Synthese adressiert werden könnten, sind: Wie können Populationen oder Arten mit geringer genetischer Variation raschen Umweltveränderungen standhalten? Welche direkten und indirekten Effekte hat genetische Variation auf Arteninteraktionen und letztlich auf das Funktionieren von Ökosystemen? Unsere Session bietet eine einzigartige Plattform, um Forschung aus der Global-Change-Biologie mit einem breiten Fokus auf die Rolle genetischer Variation zusammenzubringen – sowohl als Ursache (z. B. genetische Variation ermöglicht lokale Anpassung) als auch als Konsequenz (z. B. veränderte ökologische Bedingungen beeinflussen genetische Variation). Wir begrüßen Beiträge aus einem breiten Spektrum von Disziplinen (z. B. Populationsgenetik, molekulare Genomik, quantitative Genetik, Landschaftsökologie, …), unabhängig vom methodischen Ansatz (z. B. Langzeitmonitoring, experimentelle Evolution, Common-Garden-Experimente, Genom-/Transkriptom-Sequenzierung, Modellierung …). —english— The ability of populations to persist under rapid environmental change often depends on phenotypic differences among individuals that shape their fitness. Genetic differences underlying such phenotypic variation are the fundamental substrate for ecological and evolutionary processes, providing the raw material for long-term outcomes such as local adaptation and shaping the capacity for shorter-term responses such as phenotypic plasticity. While the importance of genetic variation is clearly highlighted across many disciplines, from conservation biology to functional ecology, we lack an overarching synthesis of emerging patterns, which would critically aid in predicting species’ responses to a fast-changing environment. Our primary aim with the proposed session is to synthesize the current advances in the study of genetic variation in coping with changing environments. Such a synthesis will reveal the reciprocal nature of genetic diversity and global change, and generate outstanding questions, pushing the field further. Aside from this, we hope to reveal whether and how the role of genetic variation may depend on the type of environmental challenge (e.g. global warming, eutrophication, chemical pollution, ocean acidification etc.). Other interesting questions that may be answered from our synthesis are: How do populations/species with limited genetic variation survive rapid environmental change? What are the direct and indirect effects of genetic variation on species interaction and ultimately ecosystem functioning? Our session will provide a unique platform to bring together research on global change biology, with a broad focus on the role of genetic variation; both as a cause (e.g. genetic variation allows for local adaptation) and as a consequence (e.g. altered ecology shapes genetic variation). We welcome research from a wide range of fields (e.g. population genetics, molecular genomics, quantitative genetics, landscape ecology…), independent of the approach or methodology (e.g. long-term monitoring, experimental evolution, common-garden, genome/transcriptome sequencing, modelling…). Verantwortlich:Tüzün, Nedim, Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), Berlin nedim.tuezuen@igb-berlin.deMende, Felix, Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), Berlin, felix.mende@igb-berlin.de Sprache der Session: deutsch und englischDE | ENS 05 Süßwasserfische, Fischerei und Aquakultur im AnthropozänS 05 Freshwater fish, fisheries and aquaculture in the AnthropoceneSüßwasserfische gehören zu den vielfältigsten Gruppen von Wirbeltieren und sind für Millionen von Menschen weltweit eine wichtige Lebensgrundlage, Nahrungsquelle und Freizeitbeschäftigung. Allerdings haben menschliche Aktivitäten die Funktionsweise aquatischer Ökosysteme, insbesondere der Binnengewässer, durch Verschmutzung, Lebensraumveränderungen, Fragmentierung, invasive Arten, Überfischung und Klimawandel stark verändert. Infolgedessen sind die einst lukrativen kommerziellen Flussfischereien in den Industrienationen weitgehend ausgestorben, und die Freizeitfischerei findet in Ökosystemen mit stark reduzierter Produktivität statt. Die Aquakultur ist auf dem Vormarsch und hat sich in vielen Regionen der Welt zur wichtigsten Form der Nahrungsmittelproduktion aus Süßwasserfischen entwickelt. Allerdings haben auch die Binnenfischerei und die Aquakultur ihren Anteil an Problemen, die Süßwasserfische und die Biodiversität im Allgemeinen betreffen. Sowohl Umweltstörungen als auch die Ausbeutung und Bewirtschaftung der Fischerei können den Reichtum, die Verbreitung, die Häufigkeit, das Wachstum, den Nachwuchs, die Größenstruktur und eine Reihe von Verhaltensweisen der Fischgemeinschaften beeinflussen, darunter Kognition, Lernen und Entscheidungsfindung sowie Informationsübertragung.In dieser Session werden laufende Forschungsarbeiten vorgestellt, die die Auswirkungen und Folgen der raschen Umweltveränderungen im Anthropozän auf das Verhalten, die Ökologie und die Evolution von Fischen sowie die Auswirkungen auf die Süßwasserfischerei und die Aquakultur untersuchen. —english— Freshwater fish belong to the most diverse group of vertebrates and constitute the source of livelihood, food and recreation for millions of people around the world. Yet, human activities have strongly altered the functioning of aquatic ecosystems, especially inland waters, via pollution, habitat modification, fragmentation, invasive species, overexploitation and climate change. As a result, the once lucrative commercial river fisheries have largely gone extinct in industrialized nations, and recreational fisheries operate in ecosystems with strongly reduced productivity. Aquaculture is rising and has become the most important form of food production from freshwater fish in many areas of the world. However, inland fisheries and aquaculture also have a share of issues that affect freshwater fish and biodiversity more generally. Both environmental perturbations as well as fisheries exploitation and management have the potential to shape fish community richness, distribution, abundance, growth, recruitment, size structure and a range of fish behaviors, including cognition, learning and decision-making, and information transfer.This session will highlight ongoing research that is unravelling the impacts and consequences of rapid environmental changes in the Anthropocene on fish behavior, ecology and evolution and the implications for freshwater fisheries and aquaculture. Verantwortlich:Roy, Tamal, Leibniz Institute of Freshwater Ecology and Inland Fisheries Berlin (IGB), BerlinTamal.Roy@igb-berlin.deRobert, Arlinghaus, Leibniz Institute of Freshwater Ecology and Inland Fisheries Berlin (IGB), Berlin, Robert.Arlinghaus@igb-berlin.de Sprache der Session: deutsch und englisch ENS 06 Schnittstellen zwischen Wasser und LandS 06 Aquatic-terrestrial interfacesSüßwasserökosysteme (Flüsse und Seen) sind nicht isoliert innerhalb der Landschaft, sondern interagieren auf vielfältige Weise mit angrenzenden terrestrischen Systemen, d. h. durch den gegenseitigen Austausch von Wasser, Sedimenten, organischen Stoffen, Nährstoffen und Organismen. Diese Austauschflüsse über die aquatisch-terrestrische Schnittstelle sind für beide Ökosysteme von entscheidender Bedeutung. Sie schaffen neue Lebensräume, stimulieren die Primärproduktion und liefern Nahrung und/oder essenzielle Nährstoffe, die angrenzende Nahrungsnetze erhalten können. Die Konnektivität kann auf die unmittelbare Uferzone beschränkt sein oder sich, wie im Fall größerer Flüsse und ihrer Auen, weit in angrenzende Gebiete erstrecken. Gleichzeitig unterliegt das Ausmaß der Konnektivität starken saisonalen Schwankungen, z. B. aufgrund von Veränderungen der Abflussmuster, wie im Fall von Fluss-Auen-Systemen, oder aufgrund von lebenszyklusbedingten Veränderungen in den ökosystemübergreifenden Bewegungen von Organismen, wie im Fall von aquatischen Insekten. Das Ziel dieser Sondersitzung ist es, diejenigen zusammenzubringen, die sich mit wechselseitigen Subventionen und Austauschprozessen (z. B. Wasser, Material, Organismen) an aquatisch-terrestrischen Schnittstellen befassen, sei es an den Grenzen zwischen Fluss-Auen oder See-Uferzonen.—english— Freshwater ecosystems (rivers and lakes) are not isolated within the landscape but interact in many ways with adjacent terrestrial systems, i.e., through the reciprocal exchange of water, sediment, organic matter, nutrients, and organisms. These exchange fluxes across the aquatic-terrestrial interface are of crucial importance to both ecosystems. They create new habitats, stimulate primary production, and provide food and/or essential nutrients that can maintain adjacent food webs. Connectivity may be limited to the immediate riparian zone or, as in the case of larger rivers and their floodplains, extend far into adjacent areas. At the same time, the extent of connectivity is subject to strong seasonal fluctuations, e.g., due to changes in runoff patterns, as in the case of river-floodplain systems, or to life cycle-related changes in cross-ecosystem movements of organisms, as in the case of emergent aquatic insects. The aim of this special session is to bring together those who study reciprocal subsidies and exchange processes (e.g., water, material, organisms) at aquatic-terrestrial interfaces, whether at river-floodplain or lake-riparian zone boundaries. Verantwortlich:Parmar, Tarn Preet, Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg, tarnpreet.parmar@b-tu.deMartin-Creuzburg, Dominik, Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg, dominik.martin-creuzburg@b-tu.de Sprache der Session: englisch DE | ENS 07 Plastik und assoziierte Chemikalien in BinnengewässernS 07 Plastics and associated chemicals in inland watersPlastik wird zunehmend in der wissenschaftlichen Gemeinschaft und in der Öffentlichkeit als Umweltproblem wahrgenommen. Plastik ist jedoch nicht ein einheitlicher Stoff, sondern besteht neben verschiedenen Polymertypen aus einer Vielzahl an anwendungsspezifischen Additiven (z.B. Weichmachern oder Flammschutzmitteln). Ein Augenmerk gilt dem Mikroplastik, das von Organismen aufgenommen werden kann, wegen seiner großen Oberfläche weitere Schadstoffe adsorbieren kann und damit möglicherweise negative Konsequenzen hat. Ein weiterer in Binnengewässern wenig betrachteter Aspekt ist die Nutzung von Makroplastik als Aufwuchsfläche und Transportmittel. Mögliche ökologische Wirkungen auf limnische Lebensgemeinschaften sind bisher aber unzureichend verstanden. Es ist unter anderem noch wenig darüber bekannt, wie aquatische Organismen auf Plastik und seine Additive oder angelagerten Schadstoffe reagieren, welche Effekte die Aufnahme dieser auf die Physiologie aquatischer Organismen haben und welche Auswirkungen in der Nahrungskette auftreten können. Die Session soll dazu beitragen, einen aktuellen Wissensaustausch zu den methodischen Untersuchungsansätzen, ökologischen Wirkungen von (Mikro)plastik sowie angelagerten Schadstoffen oder Additiven im limnischen Milieu zu ermöglichen und Ansätze für weitergehende Forschungen aufzuzeigen.—english— Plastic is increasingly perceived as an environmental problem in the scientific community and by the public. However, plastic is not a uniform material but consists of various types of polymers and a variety of application-specific additives (e.g. plasticizers or flame retardants). Attention is paid to microplastics, which can be ingested by organisms and, due to their large surface area, can adsorb other pollutants, thus potentially having negative consequences. Another aspect that is understudied in freshwaters is the use of microplastics as a solid substratum or raft for organisms. Possible ecological effects on limnic communities are still insufficiently understood. Among other things, little is known about how aquatic organisms respond to plastic and its additives or accumulated pollutants, the effects these absorptions have on their physiology, and the effects that can occur in the food chain. The session is intended to enable an exchange of knowledge on methodological research approaches, the ecological effects of (micro)plastics, and accumulated pollutants or additives in the limnic environment, and to present approaches for further research. Verantwortlich:Gabel, Friederike, Universität Münster, gabelf@uni-muenster.deWendt-Potthoff, Katrin, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ),katrin.wendt-potthoff@ufz.de Sprache der Session: deutsch und englischDE | ENS 08 Nutzung von Gewässern zur Gewinnung erneuerbarer EnergienS 08 Use of surface waters for renewable energy productionDurch die Energiewende ist in Deutschland das Interesse an einer Einbeziehung von Gewässern in die Gewinnung regenerativer Energien nicht zuletzt aufgrund eines potentiell effizienteren Anlagenbetriebs als bei landgestützten Anlagen stark gestiegen. Im Mittelpunkt stehen dabei die thermische Nutzung von Flüssen und Seen zur Wärmegewinnung und die Nutzung von Wasserflächen zur Stromerzeugung durch den Einsatz schwimmender Solaranlagen. Voraussetzung für die Genehmigungsfähigkeit der Nutzung von Gewässern ist die gewässerökologische Verträglichkeit gemäß der aktuellen Rechtslage, die keine Verschlechterung des ökologischen Zustands erlaubt. Primär haben sowohl die thermische Nutzung als auch die Abdeckung der Wasseroberfläche durch Photovoltaikanlagen Auswirkungen auf die limnophysikalischen Eigenschaften der Gewässer. Diese können jedoch unmittelbar Einfluss nehmen auf die räumliche, zeitliche und funktionale Entwicklung biozönotischer Strukturen, die grundlegend sind für die Gewässerbewertung. Vor dem Hintergrund stark intensivierter gewässerökologischer Forschungsaktivitäten zu beiden Nutzungsformen soll die Session dazu dienen, einen Überblick zum aktuellen Stand der Forschung zu geben, Grenzen der Nutzung von Gewässern für die Gewinnung regenerativer Energien abzustecken und weiteren Forschungsbedarf aufzuzeigen.—english— The energy transition in Germany has led to a sharp increase in the interest in using water bodies for the generation of renewable energy, not least because of the potential for a more efficient plant operation compared with land-based plants. The focus of the session lies on the thermal use of rivers and lakes for heat generation and the use of water surfaces for electricity generation through floating solar plants. A prerequisite for the approval of water uses is the ecological compatibility in accordance with the prevailing legal norms, which do not allow any deterioration in the ecological status. Primarily, both thermal use and the covering of the water surface by photovoltaic systems have an impact on the limnophysical properties of the water bodies. However, these can have a direct influence on the spatial, temporal and functional development of biocenotic structures, which are a fundament for water body assessments. Against the background of greatly intensified aquatic ecological research activities on both forms of use, the session aims to provide an overview of the current state of research, to define the limits of the use of water bodies for the generation of renewable energies and to identify further research needs. Verantwortlich:Leßmann, Dieter, BTU Cottbus-Senftenberg, lessmann@b-tu.deRinke, Karsten, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ, karsten.rinke@ufz.de Sprache der Session: deutsch und englisch
2. Gewässermanagement, Renaturierung und Schutzmaßnahmen
DES 09 Kleine Standgewässer im Fokus: Schutz, Wiederherstellung und Neuanlage – Aktuelle Trends in Praxis und ForschungS 09 Small standing water bodies in focus: Protection, restoration and creation – current trends in practice and researchKleine Standgewässer wie Teiche, Weiher und Tümpel sind Hotspots der Biodiversität und erbringen vielfältige Ökosystemleistungen, etwa zur Nährstoffrückhaltung, zum Wasserrückhalt und zur Kohlenstoffspeicherung. Während in den letzten Jahren zunehmend Wissen über Struktur, Dynamik und Prozesse dieser Ökosysteme gewonnen wurde, wirft die praktische Umsetzung von Schutz, Wiederherstellung und Neuanlage weiterhin zentrale Fragen auf: Welche Typen kleiner Standgewässer lassen sich unterscheiden? Welche ökologischen Leitbilder stehen für Planung und Entwicklung zur Verfügung? Welche fachlichen Entscheidungshilfen und Bewertungsinstrumente können Maßnahmen unterstützen? Und wie lassen sich Ökosystemfunktionen sowie relevante Stressoren systematisch in Planung, Umsetzung und Monitoring integrieren? Vor dem Hintergrund der EU-Dekade zur Wiederherstellung der Natur (2024) gewinnt die Wiederherstellung und der Schutz kleiner Standgewässer zunehmend an Bedeutung, um Biodiversität zu sichern und Ökosystemleistungen langfristig zu stärken. Die Session greift diese Herausforderungen auf und beleuchtet Trends an der Schnittstelle von Forschung und Praxis. Willkommen sind Beiträge zu ökologischen Prozessen (z. B. biogeochemische Dynamiken oder Land-Wasser-Interaktionen), zur Evaluation von Restaurations- und Neuanlagemaßnahmen, zu Schutz und Gefährdung, zu institutionellen Rahmenbedingungen, sozioökonomischen Aspekten sowie zur Einbindung relevanter Akteurinnen und Akteure. Ebenso erwünscht sind Arbeiten zu innovativen Methoden, Modellierung, naturbasierten Lösungen und Indikatoren zur Erfolgskontrolle. Die Session richtet sich an verschiedene Disziplinen und Maßstabsebenen. Ziel ist es, praxisrelevante und wissenschaftlich fundierte Ansätze weiterzuentwickeln, um die ökologische Integrität und langfristige Funktionsfähigkeit kleiner Standgewässer nachhaltig zu sichern.—english— Small standing water bodies such as ponds, pools and tarns are hotspots of biodiversity and provide a wide range of ecosystem services, such as nutrient retention, water retention and carbon storage. While knowledge about the structure, dynamics and processes of these ecosystems has increased in recent years, the practical implementation of protection, restoration and creation continues to raise key questions: What types of small standing water bodies can be distinguished? What ecological models are available for planning and development? What technical decision-making aids and assessment tools can support measures? And how can ecosystem functions and relevant stressors be systematically integrated into planning, implementation and monitoring? Against the backdrop of the EU Decade on Nature Restoration (2024), the restoration and protection of small standing water bodies is becoming increasingly important to safeguard biodiversity and strengthen ecosystem services in the long term. This session addresses these challenges and highlights trends at the interface between research and practice. Contributions are welcome on ecological processes (e.g. biogeochemical dynamics or land-water interactions), the evaluation of restoration and new construction measures, protection and endangerment, institutional framework conditions, socio-economic aspects and the involvement of relevant actors. We also welcome work on innovative methods, modelling, nature-based solutions and indicators for monitoring success. The session is aimed at various disciplines and scales. The aim is to further develop practice-relevant and scientifically sound approaches to sustainably ensure the ecological integrity and long-term functionality of small standing water bodies. Verantwortlich:Pätzig, Marlene, EPCN, epcn.germany@gmail.comKronshage, Andreas, LWL-Museum für Naturkunde, Bildungs- und Forschungszentrum Heiliges Meer, Andreas.Kronshage@lwl.org Sprache der Session: deutschDE | ENS 10 Ästuare - einzigartige Ökosysteme unter dem Einfluss vielfältiger StressorenS 10 Estuaries – unique ecosystems under the influence of multiple stressorsÄstuare - die Übergangszonen zwischen Binnen- und Küstengewässern, Süß- und Meerwasser - sind hochkomplexe, einzigartige Ökosysteme, die kontinuierlich durch eine Vielzahl natürlicher Prozesse und menschliche Aktivitäten beeinflusst werden. Gezeitenbeeinflusste Ästuare weisen im Laufe des Tidezyklus erhebliche Veränderungen des Wasserstandes und des Salzgehalts auf und unterliegen aufgrund des Einflusses der Gezeiten auf die Dynamik von Sediment und Schwebstoffen gleichzeitig langfristigen morphologischen Veränderungen. Diese steuern auch die Bildung und (Neu-)Verteilung von Lebensraumtypen wie Watten oder Salzwiesen in den Ästuaren. Darüber hinaus haben der Oberwasserabfluss und die biologische Produktivität flussaufwärts einen erheblichen Einfluss auf die Ökosysteme der Ästuare. Die Biomasseproduktion kontrolliert beispielsweise die Höhe des organischen Eintrags in das Ästuar und spielt somit eine Schlüsselrolle in der Sauerstoffdynamik im Ästuar. Seit Jahrhunderten werden Ästuare durch menschliche Aktivitäten wie Schifffahrt und Fischerei beeinflusst und sie gehören heute zu den am stärksten frequentierten Wasserstraßen der Welt, die den Zugang zu großen Seehäfen und Binnenwasserstraßen ermöglichen. Zu diesem Zweck wurden und werden viele Flussmündungen ausgebaut, um immer größer werdenden Schiffen den Zugang zu den Seehäfen in den Ästuaren zu ermöglichen. Gleichzeitig haben Bevölkerungswachstum und Verstädterung den Raumbedarf für Wohnen, Industrie und Landwirtschaft erhöht, was zu Lasten der natürlichen Überschwemmungsgebiete und Naturräumen in den Ästuaren geht. Diese Entwicklung wirkt sich direkt auf die Dynamik der Ästuare und die funktionalen Zusammenhänge der Ökosysteme aus. Zudem belasten indirekte Auswirkungen wie die Eutrophierung von Binnengewässern und der Klimawandel die Ökosysteme der Ästuare, da sie die Sauerstoffverhältnisse in den Ästuaren verschlechtern oder das Überflutungsrisiko durch den Anstieg des Meeresspiegels erhöhen können. Um der Komplexität von Ästuarsystemen und ihrer Bedeutung in einer stark anthropogen beeinflussten Umwelt angemessen Rechnung zu tragen, begrüßen wir Beiträge zu dieser Special Session, die sich mit Themen aus den aquatischen und terrestrischen Bereiches der Ästuare befassen von der Morphologie bis zur Biogeochemie und Ökologie und die auf unterschiedlichen methodischen Ansätzen - einschließlich, aber nicht beschränkt auf In-situ- oder Labormessungen sowie Fernerkundung oder Modellierung beruhen. —english— Estuaries - the transition zones between inland and coastal waters, freshwater and seawater - constitute highly complex, unique environments continuously affected and modified by a multitude of natural processes and human interventions. Tidally affected estuaries exhibit significant changes in water levels and salinity over the tidal cycle, while at the same time experiencing long-term morphological changes due to the tidal influence on the dynamics of sediment and suspended matter. These morphological changes also control the formation and (re)distribution of habitat types, such as intertidal flats or saltmarshes, within the estuaries. In addition, river discharge and biological productivity in the river upstream significantly impact estuarine ecosystems, e.g., by controlling the amount of organic matter imported into the estuary, which in turn plays a key role in estuarine oxygen dynamics. For centuries, estuaries have been affected by human activities, such as shipping and fisheries, and today, they are among the most frequented waterways in the world providing access to large seaports and inland waterways. For this reason, many estuaries have been developed and are continuously maintained in order to allow access to estuarine ports for increasingly larger vessels. At the same time, population growth and urbanization have increased the spatial demand for housing, industries and agriculture at the expense of a reduction in natural estuarine flood plains and tidal habitats. This development directly affects estuarine dynamics and ecosystem functioning. In addition, indirect effects, such as eutrophication of inland waters and climate change, impose further stress on estuarine ecosystems as they may deteriorate estuarine oxygen conditions or increase flood risk due to sea level rise. To recognize the complexity of estuarine systems and their importance in a strongly anthropogenically affected environment, this special session welcomes contributions that address topics in the aquatic and terrestrial estuarine spheres - ranging from morphology to biogeochemistry and ecology - and using different methodological approaches including, but not limited to, in situ or laboratory measurements as well as remote sensing or modeling. Verantwortlich:Rovelli, Lorenzo, Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG), rovelli@bafg.deGronchi, Enzo, Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG), gronchi@bafg.deDähnke, Kirstin, Helmholtz-Zentrum Hereon, kirstin.daehnke@hereon.deSchulz, Gesa, Helmholtz-Zentrum Hereon, gesa.schulz@hereon.de Sprache der Session: deutsch und englischDES 11 Auen in Forschung und PraxisS 11 Floodplains in research and practiceÖkologisch betrachtet bilden Gewässer und ihre Auen eine funktionale Einheit, sowohl in Bezug auf hydromorphologische Prozesse, aber auch Stoffflüsse und Nahrungsnetze. Im Hinblick auf den Erfolg von Renaturierungsmaßnahmen braucht es eine ganzheitliche Betrachtung. Die Session soll Raum geben für einen Austausch über Erfolge, aber auch Misserfolge von Auenrenaturierungen. Welche Faktoren fördern den Erfolg von Maßnahmen, welche können limitierend wirken? Welche Artengruppen profitieren besonders von bestimmten Maßnahmen? Im Fokus können dabei morphologische, hydrologische oder biologische Studien stehen. Wir freuen uns über Fallbeispiele, die sich mit den verschiedenen aquatischen und terrestrischen Artengruppen in Auen beschäftigen. Insgesamt soll mit dieser Session auch ein Forum geboten werden, in dem mögliche Synergieeffekte zwischen Gewässer- und Auenforschung diskutiert werden.—english— From an ecological perspective, water bodies and their floodplains form a functional unit, both in terms of hydromorphological processes and material flows and food webs. A holistic approach is needed to ensure the success of renaturation measures. This session will provide a forum for discussing the successes and failures of floodplain renaturation. Which factors promote the success of measures, and which can have a limiting effect? Which species groups benefit particularly from certain measures? The focus can be on morphological, hydrological or biological studies. We welcome case studies dealing with the various aquatic and terrestrial species groups in floodplains. Overall, this session also aims to provide a forum for discussing possible synergy effects between water and floodplain research. Verantwortlich:Januschke, Kathrin, Universität Duisburg-Essen, kathrin.januschke@uni-due.deScholz, Mathias, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ, Department Naturschutzforschung, Leipzig, mathias.scholz@ufz.de Sprache der Session: deutschDE | ENS 12 Wie können belastete Flüsse fit für Klimawandel werden? Ergebnisse und Empfehlungen von der OderS 12 How can polluted rivers be made fit for climate change? Findings and recommendations from the OderDer Klimawandel trifft auf Flussökosysteme, die durch diverse Schadstoffeinleitungen, hydromorphologische Umformung und Neobiota bereits erheblich vorbelastet sind, mit entsprechend geschwächter Resilienz. Klima-bedingte Verringerung der Wasserführung und höhere Temperaturen verstärken die Auswirkungen direkter menschlicher Belastungen. Dadurch können bereits erreichte Erfolge in Gewässerschutz gefährdet werden, wie Verringerungen der Abwasserbelastung, Re-dynamisierung des Gewässerbetts und Erhaltungsmaßnahmen für rare autochthone Flussfauna. Darüber hinaus können in Flüssen während längerer Trockenperioden katastrophale Situationen eintreten, wie Austrocknen, Sauerstoffschwund oder Massenentwicklungen von Makrophyten oder Planktonalgen, einschließlich Gift bildender Algen. Es stellt sich somit die Frage: Wie können unsere Flüsse für den Klimawandel fit gemacht werden, damit ihr ökologischer Zustand zumindest erhalten bleibt, und weiter verbessert werden kann? Hierzu werden Ergebnisse und Empfehlungen von der Oder als bekanntem Fallbespiel präsentiert. Nach mehreren Hitzewellen ab Juni 2022 war die Oder im August 2022 von einem der größten Fischsterben der letzten Jahrzehnte in Europa betroffen, dem geschätzte 1000 t Fische zum Opfer fielen, wie auch ein Großteil der Muscheln und der Kiemen tragenden Wasserschnecken. Diese Umweltkatastrophe wurde wesentlich verursacht durch die Kombination überhöhter Schadstoffeinleitungen mit neuartigen Wetterextremen. Daraufhin wurden im Rahmen eines vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) geförderten Sonderuntersuchungsprojekts ODER~SO die Ursachen, Mechanismen und Auswirkungen der Umweltkatastrophe untersucht. Daraus wurden Empfehlungen für eine angepasste Bewirtschaftung des Flusses erarbeitet. In dieser Sitzung werden somit Ergebnisse der Erforschung der Oder hinsichtlich der Umweltkatastrophe vorgestellt, sowie auch daraus abgeleitete Bewirtschaftungsempfehlungen für einen zukunftsorientierte Bewirtschaftung, die auch für andere Flüsse relevant sind.—english— Climate change affects river ecosystems that are already significantly impacted by various pollutant discharges, hydromorphological alterations and neobiota, with correspondingly weakened resilience. Climate-induced reductions in water flow and higher temperatures exacerbate the effects of direct human pressures. This can jeopardise successes already achieved in water protection, such as reductions in wastewater pollution, redynamisation of river beds and conservation measures for rare autochthonous river fauna. In addition, catastrophic situations can occur in rivers during prolonged dry periods, such as drying up, oxygen depletion or mass development of macrophytes or planktonic algae, including toxin-producing algae. This raises the question: how can our rivers be made fit for climate change so that their ecological status can at least be maintained and further improved? To this end, findings and recommendations from the Oder River, a well-known case study, will be presented. Following several heat waves beginning in June 2022, the Oder River was affected in August 2022 by one of the largest fish kills in Europe in recent decades, claiming an estimated 1,000 tonnes of fish, as well as a large proportion of mussels and gill-bearing aquatic snails. This environmental disaster was mainly caused by a combination of excessive pollutant discharges and unprecedented extreme weather conditions. As a result, the causes, mechanisms and effects of the environmental disaster were investigated as part of a special research project called ODER~SO, funded by the Federal Ministry for the Environment, Climate Protection, Nature Conservation and Nuclear Safety (BMUKN). This led to recommendations for adapted management of the river.This session will therefore present the results of research into the Oder River in relation to the environmental disaster, as well as management recommendations derived from this research for future-oriented management of the Oder, with relevance for other rivers, too. Verantwortlich:Pusch, Martin, Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), Berlinmartin.pusch@igb-berlin.de Sprache der Session: deutsch und englisch
3. Monitoring, Methoden und Digitalisierung
ENS 13 Praktischer Workshop: Einfach zu bedienende Tools für räumliche Süßwasseranalysen und -modelleS 13 Hands-On Workshop: Easy-to-use tools for spatial freshwater analyses and modelsDieser praktische Workshop zeigt die neuesten Fortschritte bei globalen hochauflösenden Süßwasserdatensätzen und vermittelt den Teilnehmern die Fähigkeiten, solche Datensätze und Tools für ihre Analyse-Workflows zu nutzen. Die Teilnehmer lernen, wie sie offene und interoperable hydrografische Netzwerkdaten (Hydrography90m), Seendaten (HydroLakes/NASA SWOT) und umweltbezogene Daten (Environment90m) verarbeiten und effizient nutzen können, die über die benutzerfreundliche GeoFRESH-Webanwendung und das hydrographr R-Paket zugänglich sind, das am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) entwickelt wurde. GeoFRESH und hydrographr nutzen leistungsstarke Open-Source-Tools zur Geodatenverarbeitung im Backend, um groß angelegte ökologische Analysen von Süßwasser zu unterstützen. Der Workshop befasst sich mit den wichtigsten Herausforderungen in der Süßwasserforschung: Wie kann man (i) mit wenigen Klicks das oberhalb gelegene Einzugsgebiet/Untersuchungsgebiet einfach abgrenzen, (ii) große Datenbanken zum Vorkommen von Arten in Vorhersagemodellierungs-Workflows integrieren, (iii) die Netzwerkkonnektivität zwischen Probenahmestellen bewerten, (iv) Umweltinformationen für Probenahmestellen extrahieren, (v) Seen und (vi) Barrieren in den Workflow integrieren? Anhand von praktischen Demonstrationen werden die Teilnehmer praktische Übungen durchführen und Einblicke in das Potenzial groß angelegter, hochauflösender Datensätze zur Verbesserung von ökologischen Analysen und Modellen im Süßwasserbereich gewinnen.—english— This hands-on workshop will show cutting-edge advancements in global high-resolution freshwater datasets and will teach participants the skills to exploit such datasets and tools for their analysis workflows. Participants will learn how to process and efficiently use open and interoperable hydrographical network data (Hydrography90m), lake data (HydroLakes/NASA SWOT) and range-wide environmental data (Environment90m) accessible through the user-friendly GeoFRESH web application and the hydrographr R-package, developed at the Leibniz Institute of Freshwater Ecology and Inland Fisheries (IGB). GeoFRESH and hydrographr leverage powerful open-source geospatial processing tools in the backend, to support large-scale freshwater ecological analyses. The workshop will address key challenges in freshwater research: how to (i) easily delineate the upstream catchment / study area with a few clicks, (ii) integrate large species occurrence databases into predictive modelling workflows, (iii) assess the network connectivity between sampling sites, (iv) extract environmental information for sampling locations, (v) integrate lakes and (vi) barriers into the workflow. Through hands-on demonstrations, participants will engage in practical exercises and gain insights into the potential of large-scale, high-resolution datasets for improving freshwater ecological analyses and models. Verantwortlich:Buurman, Merret, merret.buurman@igb-berlin.deGrigoropoulou, Afroditi, afroditi.grigoropoulou@igb-berlin.deBremerich, Vanessa, vanessa.bremerich@igb-berlin.deTomiczek, Thomas, thomas.tomiczek@igb-berlin.deGarcia-Marquez, Jaime, jaime.marquez@igb-berlin.deTorres-Cambas, Yusdiel, yusdiel.torres-cambas@igb-berlin.deDomisch, Sami, sami.domisch@igb-berlin.deLeibniz Institute of Freshwater Ecology and Inland Fisheries (IGB), Berlin Sprache der Session: englischDE | ENS 14 Interdisziplinäre Konzepte für Frühwarnsysteme zum GewässerschutzS 14 Interdisciplinary concepts for early warning systems in water protectionDie Auswirkungen von Klima- und Landnutzungsänderungen sowie Schadstoffeinleitungen stellen eine erhebliche Herausforderung für die Wasserqualität dar. Der Einsatz von Sensoren zur Online- und Vor-Ort-Analyse von Wasserqualitätsparametern ist bereits weit verbreitet. Darauf aufbauend besteht ein großes Potenzial für die Weiterentwicklung von einzeln betrachteten Messungen hin zu automatisierten Echtzeit-Frühwarnsystemen, die zeitnahe Schutzmaßnahmen zur Erhaltung der Wasserqualität und -nutzung ermöglichen. Diese Special Session widmet sich der Vernetzung und Weiterentwicklung bestehender Technologien und Konzepte zur Echtzeitüberwachung von Wasserqualitätsparametern und zur frühzeitigen Erkennung von Verschlechterungen der Wasserqualität. Es werden Beiträge eingeladen, die Ansätze zur Integration von Sensoren zur Erfassung physikalisch-chemischer, hydrodynamischer oder mikrobiologischer Parameter, sowie deren Verknüpfung mit Satellitendaten oder anderen Datenquellen vorstellen. Erwünscht sind Beiträge zur Entwicklung von Systemen, die Daten aus verschiedenen Quellen digital, beispielsweise in einer Datenbank oder einem Leitstand, miteinander verknüpfen. Auch Beiträge zur automatisierten Verarbeitung verschiedener Datenquellen durch Modellierung und den Einsatz von künstlicher Intelligenz zu Frühwarnsystemen für den Gewässerschutz sind willkommen. Die Session umfasst Konzepte zur Implementierung solcher Systeme in verschiedenen Gewässertypen, wie Flüssen, Seen, Stauseen und kleinen Gewässern. Sie bietet eine Plattform für den Austausch und die Vernetzung verschiedener Forschungs- und Entwicklungsprojekte für interdisziplinäre Gewässerfrühwarnkonzepte. —english— The impact of climate and land use change as well as pollutant discharges poses a considerable challenge to water quality. The use of sensors for online and on-site analysis of water quality parameters is already widespread. Building on this, there is great potential for further development from individually considered measurements to automated real-time early warning systems that enable timely protective measures to preserve water quality and use. This special session is dedicated to the integration and development of existing technologies and concepts for monitoring water quality parameters in real time and detecting water quality deterioration at an early stage. Contributions are invited that present approaches to integrating sensors for recording physical-chemical, hydrodynamic, or microbiological parameters, as well as linking them with satellite data or other data sources. Contributions on the development of systems that digitally link data from different sources, for example in a database or a control centre, are welcome. Furthermore, contributions on the automated processing of various data sources through modelling and the use of artificial intelligence for early warning systems for water protection are also welcome. The session includes concepts for implementing such systems in various types of water bodies, such as rivers, lakes, reservoirs, and small water bodies. It provides a platform for the exchange and networking of various research and development projects for interdisciplinary early warning concepts for water bodies. Verantwortlich:Heinrich, Lena, Universität Potsdam, lena.heinrich@uni-potsdam.deStelzer, Kerstin, Brockmann Consult GmbH, kerstin.stelzer@brockmann-consult.dePackroff, Gabriele, Wahnbachtalsperrenverband, gabriele.packroff@wahnbach.deHansen, Issa, SEBA Hydrometrie GmbH & Co. KG, hansen@seba.de Sprache der Session: deutsch und englischDE | ENS 15 Ökologische Modellierung in SüßwasserökosystemenS 15 Ecological modelling in freshwater ecosystemsDie Forschung zu Süßwasserökosystemen befindet sich in einem rasanten technologischen Wandel. Dies ist auf effiziente Datenerfassungs- und Datenverarbeitungsprozesse, neuartige Fernerkundungs- und Modellierungstechniken, leistungsstarke Rechenplattformen, virtuelle Darstellungen von Süßwasserumgebungen und den zunehmenden Einsatz künstlicher Intelligenz in verschiedenen Disziplinen zurückzuführen. Diese Entwicklungen eröffnen auch neue Möglichkeiten für die ökologische Modellierung in Süßwasserökosystemen: Sie haben das Potenzial, die Vorhersagegenauigkeit zu verbessern, unser Verständnis der Auswirkungen des globalen Wandels auf Süßwasserökosysteme zu vertiefen und die Bewertung beispielsweise der Süßwasser-Biodiversität mit hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung zu ermöglichen. Diese Sitzung lädt zu Beiträgen ein, die sich sowohl mit methodischen Entwicklungen als auch mit interdisziplinären Anwendungen in Süßwasserökosystemen befassen und den Austausch zwischen Forschern fördern, die mit ökologischen Modellen sowie an der Schnittstelle der technologiegestützten Limnologie arbeiten.—english— Research on freshwater ecosystems is undergoing a rapid technological transformation. This can be attributed to efficient data harvesting and processing workflows, novel remote sensing and modelling techniques, high-performance computing platforms, virtual representations of freshwater environments, and the growing use of artificial intelligence across disciplines. These developments also open new opportunities in ecological modelling in freshwater ecosystems: they have the potential to enhance predictive accuracy, deepen our understanding of global change impacts on freshwater ecosystems, and enable the assessment of e.g. freshwater biodiversity at high spatial and temporal resolution. This session invites contributions addressing both methodological developments and interdisciplinary applications in freshwater ecosystems, supporting exchange among researchers working with ecological models as well as at the interface of technology-enabled limnology. Verantwortlich:Domisch, Sami, Leibniz Institute of Freshwater Ecology and Inland Fisheries (IGB), Berlin, sami.domisch@igb-berlin.deSchuwirth, Nele, Eawag, Dübendorf, Switzerland, Nele.Schuwirth@eawag.ch Sprache der Session: deutsch und englischDE | ENS 16 Von der Überwachung zur Vorhersage: Verknüpfung von Beobachtungen, Modellen und digitalen Werkzeugen in der LimnologieS 16 From monitoring to prediction: linking observations, models and digital tools in limnologyFortschritte in den Bereichen Umweltüberwachung, numerische Modellierung und datenwissenschaftliche Methoden liefern neue Erkenntnisse über ökologische Prozesse, neue Analysewerkzeuge und neue groß angelegte Datenprodukte zum Verständnis und zur Bewirtschaftung von Süßgewässern. Einerseits generieren hochfrequente Sensornetzwerke, robotergestützte Profiling-Systeme, Fernerkundung oder automatisierte Bildanalyse, um nur einige Beispiele zu nennen, zunehmend große Datensätze, um die Dynamik von Süßgewässern und hohe räumliche und/oder zeitliche Skalen zu beschreiben. Andererseits ermöglichen prozessbasierte, statistische und maschinelle Lernmodelle neue Ansätze zur Synthese dieser Daten, zur Analyse von Ökosystemprozessen und zur Projektion von Reaktionen auf Umweltveränderungen. Die Kombination dieser Ansätze der Überwachung und Analyse ist eine Herausforderung, aber ein notwendiger Schritt hin zu einem vorausschauenderen und adaptiveren Management. Diese Sitzung zielt darauf ab, Beiträge zusammenzuführen, die sich mit Überwachung, Modellierung und/oder Datenwissenschaft (idealerweise einer Kombination davon) über räumliche und zeitliche Skalen hinweg befassen. Wir begrüßen Studien, die Beobachtungsdaten mit Modellen, Datenassimilationsansätzen, maschinellem Lernen und Bayes'schen Methoden, Fernerkundungsanwendungen, automatisierter biologischer Überwachung und Analysen von Langzeitdatensätzen integrieren. Wir hoffen, dass dieser Austausch Inspiration und Ideen für zukünftige Richtungen in der Limnologie liefern wird.—english— Advances in environmental monitoring, numerical modelling, and data science methods are providing new insights into ecological processes, new analysis tools, and new large-scale data products to understand and manage freshwaters. On the one hand, high-frequency sensor networks, robotic profiling systems, remote sensing, or automated image analysis, to name a few examples, are increasingly generating large datasets to describe the dynamics of freshwaters and high spatial and/or temporal scales. On the other hand, process-based, statistical, and machine-learning models enable new approaches to synthesize these data, analyse ecosystem processes, and project responses to environmental change. Combining these approaches of monitoring and analysis is challenging but a necessary step towards a more predictive and adaptive management. This session aims to bring together contributions dealing with monitoring, modelling, and/or data science (ideally a combination) across spatial and temporal scales. We welcome studies integrating observational data with models, data assimilation approaches, machine learning and Bayesian methods, remote sensing applications, automated biological monitoring, and analyses of long-term datasets. We hope that this exchange will provide inspiration and ideas for future directions in limnology. Verantwortlich:Shatwell, Tom, Leibniz-Institute of Freshwater Ecology and Inland Fisheries, Berlin. tom.shatwell@igb-berlin.de Sprache der Session: deutsch und englischDES 17 Zooplankton im Gewässermonitoring - Wie geht's weiter?S 17 Zooplankton in water monitoring – what's next?Das Zooplankton ist nicht Teil der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Den Bundesländern ist es zu verdanken, dass das Zooplankton in Deutschland als Biokomponente trotzdem noch eine Rolle spielt. Nur mit Unterstützung der LAWA (Länderarbeitsgemeinschaft Wasser) konnte ab 2009 die Auswertungssoftware PHYTOLOSS entwickelt und in die Pflichttools zur Datenauswertung im Gewässermonitoring aufgenommen werden. Für dieses "Bashing" des Zooplanktons, das zeitgleich auch in den USA auftrat, gab und gibt es keine wissenschaftliche Grundlage. Das oft wiederholte Argument, die sogenannte Mittelstellung des Zooplanktons im pelagischen Nahrungsnetz würde eine Unterscheidung von Top-Down- und Bottom-Up-Effekten nicht ermöglichen, ist absurd. Das Monitoring der Fischfauna ist sind kein Ersatz für das Zooplankton. Mit dem Zooplankton als Screening-Tool können wahrscheinlich mehr als 10mal so viele Seen pro Saison (parallel zum Phytoplankton!) überwacht werden als mithilfe der Fische ...und das zu einem Bruchteil des Preises. Die geringere Komplexität des Zooplanktons, der Background an wissenschaftlicher Literatur und Methodik sind auch für die Zukunft des Gewässermonitorings eine große Chance. Die seit mehreren Jahren genutzte Auswertungssoftware PHYTOLOSS basiert auf Nahrungsgilden und der Abschätzung der Futterqualität des Phytoplanktons und des Grazingpotentials des Zooplanktons im Vergleich zum Prädationsdruck durch Fische basierend auf Größen-Metriken des Zooplanktons. Gleichzeitig mit der Implementierung von PHYTOLOSS wurde auch die Standardisierung der Zooplankton-Analyse verbessert, hinsichtlich der taxonomischen Absicherung mithilfe der Bundestaxaliste (BTL) und durch Vorschläge zur Biomassebestimmung.Ich lade alle Interessierten ein, in dieser Session Bilanz zu ziehen, Verbesserungen vorzuschlagen und neue Ansätze zur Weiterentwicklung des Zooplankton-Monitorings zu diskutieren:• Wie spiegeln sich unterschiedliche Seentypen, Trophiestufen und saisonale Einflüsse im Nahrungsnetz der Seen mithilfe von PHYTOLOSS wider?• Wie verhalten sich saisonale im Vergleich zu interannuellen Variationen der PHYTOLOSS-Metriken?• Wie kann die Bioindikation mithilfe des Zooplanktons zur Bewertung der Stärke multipler Stressoren im Ökosystem beitragen?• Wie können neue molekularbiologische Methoden (Genetik, Immunmarkierung), automatisierte Imageanalyse (ZooScan, FlowCam) und Anwendung von KI das Zooplankton-Monitoring verbessern? —english— Zooplankton is not covered by the EU Water Framework Directive. It is thanks to the federal states that zooplankton still plays a role as a biocomponent in Germany. It was only with the support of LAWA (Länderarbeitsgemeinschaft Wasser, Working Group of the Federal States on Water Issues) that the PHYTOLOSS evaluation software was developed in 2009 and included in the mandatory tools for data evaluation in water monitoring. There was and is no scientific basis for this ‘bashing’ of zooplankton, which also occurred in the USA at the same time. The often-repeated argument that the so-called middle position of zooplankton in the pelagic food web does not allow a distinction to be made between top-down and bottom-up effects is absurd. Monitoring fish fauna is no substitute for zooplankton. With zooplankton as a screening tool, it is likely that more than 10 times as many lakes per season (in parallel with phytoplankton!) can be monitored than with fish...and at a fraction of the price. The lower complexity of zooplankton and the background of scientific literature and methodology also represent a great opportunity for the future of water monitoring. The PHYTOLOSS evaluation software, which has been in use for several years, is based on food guilds and the estimation of the food quality of phytoplankton and the grazing potential of zooplankton in comparison to the predation pressure from fish based on size metrics of zooplankton. Simultaneously with the implementation of PHYTOLOSS, the standardisation of zooplankton analysis was also improved in terms of taxonomic validation using the Federal Taxonomic List (BTL) and through proposals for biomass determination. I invite all interested parties to take stock in this session, propose improvements and discuss new approaches for the further development of zooplankton monitoring:• How are different lake types, trophic levels and seasonal influences reflected in the food web of lakes using PHYTOLOSS?• How do seasonal variations compare to interannual variations in PHYTOLOSS metrics?• How can bioindication using zooplankton contribute to the assessment of the strength of multiple stressors in the ecosystem?• How can new molecular biological methods (genetics, immunolabelling), automated image analysis (ZooScan, FlowCam) and the application of AI improve zooplankton monitoring? Verantwortlich:Deneke, Rainer, zooplankton.eu, info@zooplankton.eu Sprache der Session: deutschDES 18 Methoden und deren technische HintergründeS 18 Methods and their technical backgroundWelche Mess- Methode brauche ich? Die Neugierde fängt schon bei der Methode an! Diese Session räumt ausdrücklich dem häufig viel zu kurzen und durchaus spannenden „Material und Methodenteil“ von Untersuchungen und Projekten einen eigenen Raum ein. Ziel der Session ist der Erfahrungsaustausch zur Anwendung verschiedener Messmethoden: "Welche Geräte sind für meine Fragestellung sinnvoll einzusetzen und welche technischen Hintergründe sollte ich kennen?" Damit verbunden sind Fragen nach der Spezifikation, dem Betrieb und der Pflege von Geräten. Das Wissen um die zu Grunde liegenden Messprinzipien kann eine Methoden- und Geräteauswahl erleichtern. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung zum besseren Verständnis der Interpretation und Vergleichbarkeit von Daten unterschiedlicher Methoden und Gerätschaften.Im Rahmen eines Erfahrungsaustausches können ähnliche Lösungsansätze zusammengeführt oder erkannte Fehlentwicklungen dargestellt werden.Beispiele sind:• Welche technischen Möglichkeiten können die Untersuchung einer Fragestellung unterstützen?• Welche Faktoren beeinflussen eine Messung (Kalibrierung, Standzeiten von Messketten, Ansprechzeiten von Sensoren)?• Wie können (Langzeit-) Messungen resilient gestaltet werden?• Wie ist ein zuverlässiger Geräteeinsatz zu gestalten (Kalibrierung, Ersatzteil-beschaffung)?• Wie ist das Datenhandling und die Datenspeicherung/ -auswertung gestaltet?• Welche Faktoren bestimmen einen Geräteeinsatz oder eine Messmethode (z.B. Funktionsweise, Bedienungskomfort, technische Zuverlässigkeit, Wartungsfreundlichkeit, Ersatzteilbeschaffung).Die Session darf daher auch ausdrücklich als Rückkopplung an Messgerätehersteller verstanden und genutzt werden. —english— Which measurement method do I need? Curiosity starts with the method!This session explicitly dedicates space to the often far too brief, yet highly interesting ‘materials and methods’ section of studies and projects. The aim of the session is to exchange experiences regarding the application of different measurement methods: ‘Which devices are useful for my question, and what technical background should I be arwate of?’ This is linked to questions related to the specification, operation and maintenance of devices.Knowledge of the underlying measurement principles can facilitate the selection of appropriate methods and devices. This is an essential prerequisite for a better understanding of the interpretation and comparability of data obtained from different methods and devices.Within the framework of an exchange of experiences, similar approaches can be brought together, and potential shortcoming or undesirable developments can also be identified and discussedExamples include:• What technical options can support the investigation of a particular issue?• What factors influence a measurement (e.g. calibration, service life of measuring chains, response times of sensors)?• How can (long-term) measurements be made resilient?• How can reliable device use be ensured (calibration, spare parts procurement)?• How are data handling, data storage, and evaluation organised?• Which factors determine the selection of a device or a measurement method (e.g. functionality, ease of use, technical reliability, ease of maintenance, availability of spare parts)?The session can therefore also be explicitly understood and used as an opportunity to provide feedback to manufacturers of measuring devices. Verantwortlich:Mählmann, Jens, Sächsisches Textilforschungsinstitut e.V., jens.maehlmann@stfi.deBäthe, Jürgen, EcoRing, j.baethe@t-online.de Sprache der Session: deutsch
4. Übergreifende Panels: Gesellschaftliche Herausforderungen
In diesen diskussionsorientierten Sessions werden die Vorträge durch die Session-Chairs organisiert. Es ist keine Vortragsanmeldung zur Teilnahme erforderlich und die Organisatoren moderieren die Veranstaltung. Für eigene Beiträge bitte zur Absprache direkt bei den Session-Chairs melden.
DES 19 (K)ein Wunschkonzert – Was erwarten Politik, Behörden und Verbände von der Gewässerforschung?S 19 (Not) a wish list – What do policy makers, authorities and associations expect from water research?Die Session knüpft direkt an das diesjährige DGL-Tagungsmotto „Theoria cum praxi – zukunft | wasser | gestalten“ an, verlässt den innerakademischen Diskurs und fragt nach den Vorstellungen, Wünschen und Bedarfen der gesellschaftlichen Akteure, die die Ergebnisse der Wasser- und Gewässerforschung nutzen bzw. umsetzen können oder sollen. Nach einem aktivierenden Auftaktimpuls der Session Hosts, der einen Rahmen für den gemeinsamen Austausch setzt, werden vorab ausgewählte, erfahrene Gäste aus Politik, Behörden und Verbänden Impulse aus ihrer Sicht geben. Wie sehen ihre Bedarfe und Handlungslogiken aus, welches Rollenverständnis haben sie für sich selbst und für die Forschung? Wie gut sehen sie sich gegenüber den immer komplexer werdenden Herausforderungen, die sich an Gewässern stellen, gewappnet? Und wo könnte oder sollte sich die Forschung stärker einbringen? In der anschließenden gemeinsamen Diskussion mit dem Plenum können Forschende diese Positionen hinterfragen: Sind die formulierten Erwartungen berechtigt oder unrealistisch? Gibt es konkrete Ideen oder Ansätze, wie Forschungswissen zukünftig noch besser in der Gesellschaft wirksam werden könnte – und umgekehrt auch das Praxiswissen in der Forschung? Wo besteht möglicherweise konkretes Synergiepotenzial, von dem beide Seiten profitieren können? —english— The session ties in directly with this year's DGL conference motto, ‘Theoria cum praxi – shaping the future of water,’ leaving behind the internal academic discourse and asking about the ideas, wishes and needs of social actors who can or should use or implement the results of water and aquatic research. After an activating opening impulse from the session hosts, which sets the framework for joint exchange, pre-selected, experienced guests from politics, authorities and associations will provide impulses from their perspective. What are their needs and rationales for action, and how do they see their own role and that of research? How well equipped do they feel to deal with the increasingly complex challenges facing water bodies? And where could or should research play a greater role? In the subsequent joint discussion with the plenary, researchers can question these positions: Are the expectations formulated justified or unrealistic? Are there concrete ideas or approaches as to how research knowledge could be made even more effective in society in the future – and, conversely, how practical knowledge could be made more effective in research? Where is there potential for concrete synergies that could benefit both sides? Dauer: 120 min inkl. Diskussion. Verantwortlich:Graupner, Johannes, Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), Berlin, johannes.graupner@igb-berlin.deTittmann, Angelina, Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), Berlin, angelina.tittmann@igb-berlin.de Sprache der Session: deutschDE | ENS 20 Umweltpolitik, NGOs, Umweltwissenschaft und Freiheit unter Druck: Wie auf den Umwelt-Rollback reagieren?S 20 Environmental policy, NGOs, environmental science and freedom under pressure: How to respond to environmental rollback?Umweltgesetze werden aktuell aufgeweicht. Umweltbehörden, NGOs wie die DGL, wissenschaftliche Institutionen wie auch unabhängige Massenmedien u.a. sind massivem politischen und wirtschaftlichen Druck ausgesetzt, was einerseits die Erreichung und Einhaltung von Umweltzielen und andererseits notwendige Umweltmaßnahmen verhindert. Die Bundesregierung plant ein „Infrastruktur-Zukunftsgesetz“, durch das Stromtrassen, Bahnstrecken, Straßen, Industrieanlagen leichter als von „überragendem öffentlichem Interesse“ eingestuft werden können. Zudem sollen durch eine Änderung des Umweltrechtsbehelfsgesetzes Verbandsklagen eingeschränkt werden. Die EU-Kommission möchte im Rahmen eines „Umwelt-Omnibus“ gleich mehrere Schutzgesetze auf einmal ändern und abschwächen. In den USA sind aktuell Umwelt-, Naturschutz- und Nachhaltigkeitsforschung in Frage gestellt. Auch beim Klimaschutz gibt es dort Rollbacks sowie bei anderen politischen Maßnahmen zur Einhaltung unserer Planetaren Belastungsgrenzen (Planetary Boundaries). NGOs werden zunehmend mit Einschüchterungsklagen (Strategic Lawsuits Against Public Participation: Kurz Slapp) konfrontiert, z.B. wurden Greenpeace USA und Greenpeace International am 27.2.2026 wegen Protesten gegen eine US-ÖL-Pipeline zu 345 Mio US-Dollar „Schadenersatz“ verurteilt oder im Brandenburger Landtag wurde kürzlich beantragt, die Förderung des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung einzustellen. In „Dissozialen Medien“ werden gezielt Unwahrheiten verbreitet („Flooding the zone with shit“), um Umwelt- und Naturschutz und auch Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu diskreditieren. Diese Entwicklungen bedrohen unter anderem auch Forschung zu nachhaltiger Gewässerbewirtschaftung, den behördlichen Gewässerschutz sowie die öffentliche Partizipation an für Gewässer relevanten Projekten. Wird Gewässerschutz heute unterlassen, wird dies den Zustand unserer Gewässer sowie auch die demokratischen Mitwirkungsmöglichkeiten und Freiheit insbesondere der nachfolgenden Generationen verschlechtern. Hinzu kommen ökonomische Folgen u.a. infolge geringerer Klimaresilienz. In dieser Session wollen wir diese Entwicklungen kurz vorstellen, aber vor allem ihre Ursachen und Auswirkungen diskutieren, und Möglichkeiten ausloten, wie wir als Limnolog*innen, oder auch als DGL insgesamt gegen diese Entwicklungen angehen können. Beiträge der Teilnehmer*innen zu den obigen Themen aber auch jede fundierte Meinung von Mitdiskutant*innen zum Thema sind willkommen. —english— Environmental laws are currently being weakened. Environmental authorities, NGOs such as the DGL, scientific institutions as well as independent mass media and others are exposed to massive political and economic pressure, which on the one hand prevents the achievement and compliance with environmental targets and on the other hand prevents necessary environmental measures. The federal government is planning an "Infrastructure Future Act" that will make it easier to classify power lines, railway lines, roads and industrial plants as being in "overriding public interest". In addition, an amendment to the Environmental Appeals Act is intended to restrict collective actions. In addition, the EU Commission wants to amend and weaken several protective laws at once as part of an "environmental omnibus". In the USA, environmental, nature conservation and sustainability research are currently being called into question. There are also well-known rollbacks in climate protection, or in other political measures to comply with our planetary boundaries. NGOs are increasingly confronted with Strategic Lawsuits Against Public Participation, or Slapp for short, e.g. Greenpeace USA and Greenpeace International were recently sentenced to 345 million US dollars in "damages" on 27.2.2026 for protests against a US oil pipeline, or members of the Brandenburg state parliament recently applied to stop funding the Potsdam Institute for Climate Impact Research. In "dissocial media", "flooding the zone with shit" is used to deliberately spread untruths in order to discredit environmental and nature conservation as well as democracy and the rule of law. These developments threaten, among other things, research on sustainable water management, official water protection and public participation in projects relevant to water bodies. However, if water protection is omitted today, this will worsen the condition of our waters as well as the democratic opportunities for participation and freedom, especially for future generations. In addition, there are economic consequences, among other things, due to lower climate resilience. In this session, we want to briefly introduce these developments, but above all discuss their causes and effects, and explore ways in which we as limnologists, or even as DGL as a whole, can tackle these developments. Contributions from the participants on the above topics but also any well-founded opinion of fellow discussants on the topic are welcome. Verantwortlich:Köhler, Ralf 1, BUND Bundesarbeitskreis Wasser, Ralf.H.Koehler@t-online.dePusch, Martin 2, Blue Rivers Foundation, martin@blueriversfoundation.org Sprache der Session: deutsch und englischDE | ENS 21 Karriere in der Limnologie – innerhalb und außerhalb der akademischen LaufbahnS 21 Careers in limnology – within and beyond academiaSie haben vor einiger Zeit Ihr Studium oder Ihre Promotion abgeschlossen und arbeiten heute erfolgreich in der Wissenschaft, in Behörden, Ingenieurbüros oder sind beratend tätig? Vielleicht erinnern Sie sich noch daran, dass Sie einst keine Ahnung hatten, was Sie nach Ihrem Abschluss machen sollten. Welche Berufe eignen sich perfekt für Limnolog:innen und welche Fähigkeiten müssen Sie mitbringen? Viele Berufseinsteiger:innen verzweifeln, wenn sie über ihre Karriereperspektiven nachdenken, da ihnen das Verständnis dafür fehlt, welche Möglichkeiten sie haben. Ist die Wissenschaft die einzige Option? Welche konkreten Karrieremöglichkeiten gibt es nach einem universitären Abschluss in der Limnologie? Wie gelangt man in Positionen wie Berater:in, Projektmanager:in oder Wissenschaftskommunikator:in? Welche Fähigkeiten sind erforderlich und welchen Wert haben “wissenschaftliche Skills”, wenn man die Wissenschaft verlässt? Diese Special Session nutzt ein „Speed-Dating“-Format, um einen informellen, interaktiven Raum zu schaffen, in dem Studierende, Promovierende und Nachwuchswissenschaftler:innen kurze Gespräche mit Fachleuten führen können, die in akademischen und nicht-akademischen Berufen tätig sind. Gleichzeitig haben Fachleute aus verschiedenen Bereichen die Möglichkeit, potenziell zukünftige Mitarbeiter:innen kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. Durch diesen Austausch streben wir also einen gegenseitigen Nutzen an. Wenn Sie DGL-Mitglied sind, bereits an der Konferenz teilnehmen und in einem Beruf außerhalb der Wissenschaft tätig sind, dann laden wir Sie herzlich zu unserer Session ein. Keine Panik: Sie brauchen weder eine glänzende Powerpoint-Präsentation noch einen perfekt vorbereiteten Vortrag – Sie müssen lediglich Ihre Begeisterung für Ihren Beruf sowie Ihre Bereitschaft mitbringen, Fragen von interessierten Nachwuchswissenschaftler:innen zu beantworten. Wir stellen Ihnen ein paar Leitfragen zur Verfügung, die Sie ignorieren oder verwenden können, um sich vorzustellen und die Diskussion zu erleichtern. Diese Fragen sollen Ihnen dabei helfen, Einblicke in Ihre Karriere und Erkenntnisse zu teilen. Zum Beispiel: Wo arbeiten Sie? Wie sind Sie dorthin gekommen? Was hätten Sie gerne gewusst, als Sie begonnen haben? Was gefällt Ihnen an Ihrem Job am besten und was am wenigsten? Lassen Sie uns offen über Karrierewege, Fähigkeiten, Erwartungen und Realitäten innerhalb und außerhalb der akademischen Laufbahn sprechen!—english— A long time ago, you finished your master's or PhD - and now you are an experienced limnologist, successfully working in academia, federal institutions, engineering offices or as a consultant. But maybe you remember that, one time, you had no clue what to do after finishing your degree. Which professions are perfectly suited for a limnologist, and what skills do you need to bring? Many early careers despair when thinking about their career perspectives - simply because they lack an understanding of what opportunities they have. Is academia the only choice? Which career opportunities exist beyond academia after a master or PhD in limnology? How does one transition into roles such as consultant, project manager, or science communicator? What skills are required and how can “science skills” be transferred when stepping out of academia? This session uses a “speed-dating” format to create an informal, interactive space where students, PhD candidates, and early-career researchers have short, focused conversations with professionals working in academic and non-academic careers. At the same time, professionals from diverse sectors have the opportunity to meet and connect with potential future candidates. By fostering exchange, we aim for mutual benefit: honest insights for early-career scientists, and contacts for professionals outside academia. If you are a DGL member, already attending the conference, and working in a career path beyond academia, we warmly invite you to apply as a speaker. Don’t panic: You don’t need a shiny presentation, nor a perfectly prepared talk - you just need to bring your enthusiasm and willingness to answer questions from interested individuals. We will provide you with a list of guiding questions, which you may ignore or use to introduce yourself and to start the discussion. These questions are meant to help you share your career journey and insights. For example: Where do you work? How did you get there? What do you wish you had known when you started this career? What do you enjoy most, and what do you enjoy least about your job? Let’s talk openly about career paths, skills, expectations, and realities in and beyond the academic track! Verantwortlich:Pasqualini, Julia, Helmholtz Centre for Environmental Research (UFZ), European Fresh and Young Researchers (EFYR), julia.pasqualini@ufz.deOprei, Anna, Leibniz Institute of Freshwater Ecology and Inland Fisheries (IGB), Berlin, anna.oprei@igb-berlin.deRuf, Lena, Helmholtz Centre for Environmental Research (UFZ), European Fresh and Young Researchers (EFYR), lena.ruf@ufz.deWentritt, Simon, Helmholtz Centre for Environmental Research (UFZ), European Fresh and Young Researchers (EFYR), simon.wentritt@ufz.de Sprache der Session: deutsch und englisch
Bei unseren Veranstaltungen bitten wir Sie, ein Namensschild zu tragen. Darüber hinaus ist es möglich, dass die von uns organisierten Veranstaltungen fotografiert oder gefilmt werden, dass die Presse anwesend ist, dass Vorträge über Zoom oder andere Software übertragen werden, dass Videokonferenzen oder Live-Streaming mit oder ohne Aufzeichnung stattfinden. Nähere Informationen erhalten Sie auf Anfrage und vor Ort bei der Veranstaltung.