DGL-Jahrestagung

41. DGL-Jahrestagung 2026


 Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof

14.–18. September 2026

Theoria cum praxi

zukunft | wasser | gestalten

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Exkursionen

Halbtagsexkursionen am Donnerstag, 17.09.2026

E1: Führung zu Technischen Denkmalen in Adlershof■ Datum: Donnerstag, 17.09.2026 nachmittags■ Start: 14.00 Uhr■ Exkursionsleitung: Hans-Dieter Tack (Gesellschaft zur Bewahrung von Stätten deutscher Luftfahrtgeschichte GBSL e.V.)■ Kosten: 10 Euro Der Standort Adlershof hat eine äußerst bewegte Geschichte. Um nur einige bedeutende Ereignisse zu nennen: Im Jahr 1909 wurde hier der erste deutsche Motorflugplatz Johannisthal-Adlershof eröffnet und wurde schnell international bekannt. 1912 gründete sich hier die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL)- eine Vorläuferin des heutigen Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Im Zuge der militärischen Aufrüstung in den 1930er Jahren wurden die Forschungsarbeiten mit damals modernesten Methoden von den Nationalsozialisten vorangetrieben. Zu DDR-Zeiten befand sich hier die Akademie der Wissenschaften mit naturwissenschaftlichen Forschungsinstituten.  1952 wurden in Adlershof wichtige Fernsehstudios eröffnet und der Deutsche Fernsehfunk ging auf Sendung. Heute ist Adlershof ein international renommierten Wissenschafts-, Wirtschafts- und Medienstandort. Dazu zählen die Humboldt-Universität, zahlreiche Leibniz-Institute, viele Fernsehstudios sowie innovative Wissenschafts- und Technologieunternehmen.Mit Schwerpunkt auf Denkmäler der Luftfahrtforschung gibt es einen Einführungsvortrag zur Standortgeschichte mit Kurzfilm und danach eine Führung durch das Messgebäude des Großen Windkanals, den Trudelturm, den Motorenprüfstand und zum Nachbau des berühmten Grade-Eindeckers von 1909.E2: Besichtigung Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)■ Datum: Donnerstag, 17.09.2026 nachmittags■ Start: 14.30 Uhr■ Ende: 17.00 Uhr■ Exkursionsleitung: Nadja Neumann (IGB)■ Kosten: keine, individuelle Anreise mit ÖPNV Das Institut hat einen historischen Standort am nördlichen Ufer des Müggelsees in Berlin-Friedrichshagen. Bereits 1993 entstand die „Biologische und Fischerei-Versuchsstation „Müggelsee“ als eine der ersten Forschungsstationen zu Binnengewässern weltweit. Vor genau 120 Jahren wurde an dieser Stelle das „Königliches Institut für Binnenfischerei“ gegründet. Das spätere „Institut für Binnenfischerei“ war eines der drei Vorläufereinrichtungen des 1992 gegründeten IGB.Nach der Ankunft im IGB erwartet die Teilnehmenden im Garten mit Blick auf den Müggelsee ein kleiner Imbiss. Anschließend startet die Exkursion mit einem Kurzvortrag über den Standort und die Forschung des IGB. Dann besichtigen Sie die Aquarienhalle. Dort erfahren Sie Wissenswertes über das Artenschutzprojekt zur Wiederansiedlung des Störs und über die Forschung zur nachhaltigen Aquakultur. Anschließend geht es auf das Forschungsboot, mit dem die Oder regelmäßig befischt wird, um den Zustand der Fischbestände zu bewerten. Zudem erfahren Sie mehr über das Monitoringprogramm unserer Messstation auf dem Müggelsee, welches auch Teil des Global Lake Ecological Observatory Network (GLEON) ist. In dem ehemaligen und ebenfalls historischen Gebäude des Wasserwerkes sind nun die Labore des IGB untergebracht. Bei einem kurzen Rundgang können diese ebenfalls besichtigt werden. E3: Naturkundemuseum■ Datum: Donnerstag, 17.09.2026 nachmittags■ Start: 14:30 Uhr■ Ende: individuell (Museum schließt um 18:00 Uhr)■ Hinweis: Genaues Programm und maximale Teilnehmerzahl werden noch bekannt gegeben■ Kosten: 12 Euro, individuelle Anreise mit ÖPNV Das Museum für Naturkunde Berlin, das 1889 in der Invalidenstraße eröffnet wurde, ist eines der größten naturkundlichen Museen in Deutschland und ein weltweit führendes Forschungsmuseum der Leibniz-Gemeinschaft. Es verbindet Spitzenforschung in biologischer und geowissenschaftlicher Evolution mit lebendiger Wissensvermittlung und gesellschaftlichem Dialog. Die wissenschaftliche Arbeit basiert auf einer einzigartigen naturkundlichen Sammlung mit über 30 Millionen Objekten aus Zoologie, Paläontologie, Geologie und Mineralogie. Diese dient als zentrale Infrastruktur für die Forschung und wird täglich weiter erforscht. Bei unserem geführten Museumsbesuch werden wir einen spannenden Einblick in die Sammlung und in laufende Forschungsarbeiten erhalten. Außerdem haben wir im Anschluss daran genug Zeit, die Ausstellungen des Museums bis zum Ende der Öffnungszeit individuell zu erkunden. 

Exkursionen am Freitag, 18.09.2026

E4: Bootstour mit dem E-Katamaran auf den Berliner Flussseen■ Datum: Freitag, 18.09.2026 ganztags■ Start: 09:00 Uhr ab Anleger Spreetunnel Friedrichshagen, Großer Müggelsee,■ Ende: ca. 14:00 Uhr am Anleger Spreetunnel Friedrichshagen, Großer Müggelsee,■ Rundfahrt um die Müggelberge über Spree und Dahme, Seddinsee und Gosener Kanal■ Kapazität: Max. 15 Personen■ Exkursionsleitung: Antje Köhler (Senatsverwaltung Mobilität, Verkehr, Klimaschutz & Umwelt)■ Kosten: 10 Euro, individuelle Anreise mit ÖPNV Fast sieben Prozent der Fläche Berlins sind Gewässer. Vor 18.000 Jahren hat das Schmelzwasser der letzten Eiszeit hier ein Urstromtal mit Talsandflächen geformt. Heute fließen Spree und Dahme in ihm und bilden flache Seenketten. Trotz des Gewässerreichtums in und um Berlin ist die Region insgesamt als wasserarm einzustufen. Sie sind Lebensraum für Flora und Fauna, Trinkwasserreservoir und Erholungsorte in einem. All diese Anforderungen im Rahmen einer nachhaltigen Wasserwirtschaft auszutarieren, ist eine Herausforderung – gerade in Zeiten des Klimawandels.Die Nährstoffbelastung der Gewässer ist seit den 1990er-Jahren deutlich zurückgegangen. Nach und nach erfolgte in den meisten Flussseen ein Systemwechsel von Phytoplanktonmassenentwicklungen zu Wasserpflanzendominanz in klarem Wasser. Dieser Zustand ist nicht stabil und wird durch Nährstoffpeaks in Hitzesommern, das immer trocknere Kontinentalklima, die Ausbreitung der Quaggamuschel und Folgen aus dem Lausitzer Bergbau zunehmend beeinflusst.Der E-Katamaran der Senatsverwaltung „James Hobrecht“ fährt auf den unterschiedlichen Flussseen von Dahme und Spree einmal um die Müggelberge. Auf der Fahrt werden Ergebnisse aus langjährigen Untersuchungen vorgestellt und komplexe biologische Wechselwirkungen diskutiert. E5  Paddeltour auf der Spree von Fürstenwalde nach Hangelsberg■ Datum: Freitag, 18.09.2026 ganztags■ Start: ca. 9:00 Uhr (Anfahrt mit Regionalexpress RE1 ab Berlin bis Hangelsberg)■ Ende: ca. 18:00 Uhr■ Spree von Fürstenwalde bis Hangelsberg■ Exkursionsleitung: Sabine Hilt, Jan Köhler (IGB Berlin)■ Kapazität: max. 30 Personen (Mindestanzahl: 6)■ Kosten: 35 Euro (inkl. Bootsverleih und Mittagessen), Kosten der Anfahrt sind selbst zu tragen, Deutschlandticket ist gültig) Die Flachland-Spree entwässert ein Einzugsgebiet von 7000 km², darunter ein Braunkohleabbaugebiet, mehrere Stauseen und flache Seen. Ein 30 km langer Abschnitt dieses eutrophen Flusses oberhalb von Berlin ist seit 1987 Gegenstand unserer Langzeitforschung am IGB Berlin. Dieser Flussabschnitt durchlief während einer Phase allmählich sinkender Nährstoffkonzentrationen einen Regimewechsel von Phytoplankton- zu Makrophyten-Dominanz. Heute wird das Makrophyten-Management (Mähen) von den lokalen Behörden als Hochwasserschutz durchgeführt, während Wasserknappheit aufgrund der Überflutung von Bergbauseen und sinkender Niederschlagsmengen ein zunehmendes Problem darstellt. Steigende Sulfat-Konzentrationen bedrohen die Trinkwassergewinnung durch Uferfiltration im stromabwärts gelegenen Müggelsee.Während einer leichten Kanufahrt (Gesamtstrecke ca. 14 km) in Booten mit 3-4 Personen werden wir den Fluss und seine Vegetation erkunden. In regelmäßigen Pausen wird unsere Forschung zur Spree und ihren flachen Seen vorgestellt. Der Ausgangspunkt (Fürstenwalde) ist mit dem Zug und einem kurzen Fußweg (ca. 1 km) zu erreichen. Die Mittagspause wird als Picknick gestaltet (vegetarisches Essen). Wenn das Wetter es zulässt, besteht die Möglichkeit zum Schwimmen. Die Tour entlang der Spree endet in Hangelsberg, dem Standort des Kanuverleihs. Von dort aus kehren wir mit dem Zug nach Berlin zurück. E6 Besichtigung des IGB Standorts in Neuglobsow und Wanderung um den Stechlin■ Datum: Freitag, 18.09.2026 ganztags■ Start: 08:30 Uhr, Berlin Hbf■ Ende: 17:15 Uhr, Berlin Hbf■ Orte: Wissenschaftlich begleitete Wanderung um den Stechlinsee, Besichtigung des IGB Standortes Stechlin und Seelabor■ Exkursionsleitung: Sabine Wollrab■ Kapazität: 25 Personen■ Kosten: 20 Euro (gemeinsame Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln) Die Exkursion bietet Gelegenheit, die IGB Abteilung für Plankton und Mikrobielle Ökologie, ca. 80 km nördlich von Berlin, direkt an den Ufern des von Fontane beschriebenen Stechlins kennenzulernen. Der Stechlin ist mit einer maximalen Tiefe von 69,5m einer der tiefsten und klarsten Seen der Norddeutschen Tiefebene. Als grundwassergespeister Karstsee liegt er inmitten eines FFH Schutzgebietes. Er ist sagenumwoben und gibt auch uns Limnologinnen und Limnologen immer noch viele Rätsel auf. War der Stechlin über Jahrzehnte für sein klares Wasser bekannt, so nahmen zwischen 2010 und 2020 der Phosphorgehalt und damit auch die Algenbiomasse stark zu. Als Folge ging die Sichttiefe drastisch zurück. Seit 2021 nehmen der Phosphorgehalt sowie die Algenbiomasse wieder ab, was den See wieder relativ klar erscheinen lässt. Bei einem Rundgang um den Stechlin werden Einblicke in die Geschichte und jüngsten Entwicklungen des Stechlins sowie in aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung gegeben. Außerdem besteht die Möglichkeit die großskalige Mesokosmen-Anlage (Seelabor) zu besichtigen. Zum Abschluss der Tour sind ein Bad im Stechlin oder eine Einkehr beim gastronomischen Betrieb des lokalen Fischers möglich.Startpunkt der Wanderung ist der Standort der Abteilung für Plankton und Mikrobielle Ökologie, Endpunkt der Badestrand an der Südbucht des Stechlins. Es werden zwei Varianten angeboten, eine kurze Tour (ca. 5 km) vom Institut zum Badestrand entlang des südlichen Ufers und eine lange Tour (ca. 14 km) als Rundgang um den Stechlin. Hinweise: Bitte auf festes Schuhwerk und wetterangepasste Kleidung achten, zusätzlich bitte ausreichend Essen und Trinken nach persönlichem Bedürfnis mitbringen. E7 Naturpark Märkische Schweiz: Glaziale Landschaften, Biberhabitate und Gewässerökologie am Schermützelsee■ Datum: Freitag, 18.09.2026 ganztags■ Start: 8:00 Uhr, IGB, Müggelseedamm 301, 12587 Berlin■ Ende: 16:00 Uhr■ Buckow (Märkische Schweiz)■ Exkursionsleitung: Sabine Pohl (Naturpark Märkische Schweiz), Tobias Goldhammer (IGB)■ Kapazität: 20 Personen (Mindestanzahl: 6)■ Kosten: 10 Euro, individuelle Anreise mit ÖPNV Wir laden herzlich zu einer Exkursion in den Naturpark Märkische Schweiz ein. In und um Buckow wollen wir dessen einzigartige glaziale Landschaft erkunden. Beim Besuch des "Schweizer Hauses" stehen die geologischen Besonderheiten im Fokus, die seit der letzten Eiszeit das Gesicht der Region bestimmen. Geführt von Fachleuten aus dem Naturpark wandern wir am Sophienfließ, ein faszinierendes Bachsystem in einer glazialen Waldschlucht, das durch die Aktivitäten des Bibers geprägt wird. Hier erhalten wir Einblicke in die hydrogeologischen und hydrochemischen Besonderheiten, die den Bach auf kurzer Distanz prägen, und die ökologische Bedeutung des Bibers als Landschaftsgestalter.Abschließend widmen wir uns dem Schermützelsee, mit 137 ha Wasserfläche und einer maximalen Tiefe von fast 40 Metern das größte und eindrücklichste Gewässer im Naturpark. Der Toteiskesselsee entstand am Ende der letzten Kaltzeit in der Hohlform abschmelzender Gletscher. Als Klarwassersee weist der Schermützelsee eine sehr gute Wasserqualität auf und konnte dem Lebensraumtyp „nährstoffarme, kalkhaltige Gewässer mit Vorkommen von Armleuchteralgen“ zugeordnet werden. Diese profitierten bislang von der großen Sichttiefe und den kalkreichen Substraten des Sees. In den letzten Jahren hat sich die Wasserqualität des Sees allerdings verschlechtert und unerwünschte Planktonarten – insbesondere die Burgunderblutalge Planktothrix rubescens – tragen regelmäßig zur gewässerökologischen Besorgnis bei.Die Exkursion bietet eine ideale Gelegenheit, wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Einblicken in die Limnologie und Gewässerökologie zu verbinden. Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch und eine bereichernde Erfahrung inmitten einer faszinierenden Naturlandschaft.Die endgültige Exkursionsroute wird noch finalisiert – wir bitten aber auf jeden Fall darum, festes Schuhwerk, wetterangepasste Kleidung und ausreichend Verpflegung für die in etwa 15km lange Wanderung mitzubringen. Im Anschluss an die Exkursion besteht noch Gelegenheit, den malerischen Ort Buckow zu erkunden oder in ein Restaurant einzukehren, bevor wir wieder zusammen zurück nach Berlin fahren. 

Bei unseren Veranstaltungen bitten wir Sie, ein Namensschild zu tragen. Darüber hinaus ist es möglich, dass die von uns organisierten Veranstaltungen fotografiert oder gefilmt werden, dass die Presse anwesend ist, dass Vorträge über Zoom oder andere Software übertragen werden, dass Videokonferenzen oder Live-Streaming mit oder ohne Aufzeichnung stattfinden. Nähere Informationen erhalten Sie auf Anfrage und vor Ort bei der Veranstaltung.